Corona Tag 42

In der Nacht … Eine große, wichtige Firma begrüßt neu angestellte Mitarbeiter. Auf einem Platz stehen die Altmanager und um sie herum versammeln sich die Neuen, zu denen ich gehöre. Ein Mitglied der Geschäftsführung – F.H., der Bruder meines alten Freundes U. – teilt jedem Neuen einen Altmanager als Chef und Mentor zu. Dazu hält er ein Bündel Dokumente in der Hand. Auf der Vorderseite stehen die Namen der Altmanager und auf der Rückseite die der diesen zugeteilten Neulingen. Zu jeder Verkupplung spricht F.H. ein paar Sätze, um seine Entscheidung zu begründen. Mich hat er einem glatzköpfigen, recht mürrischem Mentor zugeteilt, einem Schweizer, der meinen Lebenslauf skeptisch betrachtet:
„Haben Sie nicht geführt?“, knurrt er.
„Wie geführt?“, frage ich.
„Im Militär!“, antwortet er.
„Nein“, gestehe ich kleinlaut.
Dann geht’s ins neue Büro. Es ist klein und schäbig und passt überhaupt nicht zu einem Großunternehmen. Ich betrete es festen Willens, mich in meinem neuen Job zu bewähren, trage aber leider einen biederen Pulli, was mich stört. Sofort bemerke ich, dass im Büro kein Platz für mich ist. Einzig ein rundes Stehtischchen, vor dem anstatt eines Barhockers ein viel zu niedriger Sitzklotz steht, ist noch frei. Eine Chefin tritt aus einem Nebenzimmer und fordert ein paar andere, junge Mitarbeiter, welche sich um einen Tisch drängen, dazu auf, für mich Platz zu machen.