Manchmal beobachtet man vom Fenster aus Gesetzesbrecher. Vor ein paar Tagen, zu Beginn des längsten Wochenendes des Jahres, der Semana Santa, schleppte eine Frau einen Koffer über den Parkplatz. Man sah ihren Bewegungen das Streben nach Heimlichkeit an. Doch dann – sie muss etwas für die Fahrt Wichtiges im Koffer vergessen haben – sieht sie sich gezwungen, diesen auf den Boden zu legen, zu öffnen und in ihm herumzuwühlen, sodass man von allen Fenstern aus sah, dass sie wegfahren will, vielleicht zu ihrem Haus im Dorf. Das ist verboten. Alle Ausfallautobahnen werden von der Guardia Civil kontrolliert. Doch mancher probiert’s und einigen wird es wohl gelingen, durchs Netz zu schlüpfen. Im Dorf erwartet sie dann der Herausforderung zweiter Teil: viele Dörfer haben sich abgeschottet, die Dorfpolizei vor dem Dorfeingang in Stellung gebracht. Man will die Madrider nicht; nur die sogenannten Kinder des Dorfes (hijos del pueblo) haben eine Chance, durchzukommen. Wochenendhausbesitzer ohne familiäre Wurzel im Dorf werden es schwerer haben. Heute Morgen um sechs Uhr eine Runnerin, die erste seit Wochen. So ist das Laufen spannend, immer auf der Ausschau nach Polizeistreifen.