Corona Tag 18

Wer die Weltwirtschaft beobachtet, stellt sich die Frage, ob diese gerade in ein Tal absteigt, um alsbald, kurz nach dem Ende der Coronakrise, also vielleicht schon im Sommer, oder in einem Jahr, wenn wir eine in Rekordzeit entwickelte Impfung zur Verfügung haben werden, am Ende des Tales angekommen, wie der Wanderer im dreiundzwanzigsten Psalm, ihren Kopf zu erheben und weiterzuklettern, wie sie es seit der Großen Depression in den zwanziger Jahren des letzten Jahrhunderts immer getan hat (vor hundert Jahren begannen die Börsenwerte anzusteigen und jede Wirtschaftskrise war nur eine Delle auf einer ansteigenden Kurve). Dieses Szenario beschwört die amerikanische Fed wie ein Schamane die Götter in einer Dürrezeit. Das unlimitierte Gelddruckversprechen ist der Regentanz der Zentralbanker. Ich zweifle aber, ob er den erhofften Wolkenbruch bringen wird. Ich glaube, dass wir uns am Ende eines Jahrhundertzyklus befinden. Vor uns liegen heftige Turbulenzen. Die gute Nachricht ist aber, dass wir diese schneller durchfliegen werden, als je zuvor in der Wirtschaftsgeschichte. Wir leben im Zeitalter der Beschleunigung. Alles geht immer schneller, auch Weltwirtschaftskrisen. In wenigen Jahren bereits werden wir wieder ruhig auf Flughöhe dahincruisen. Allerdings wird die Welt, in der wir schlussendlich wieder landen werden, eine andere sein. Doch nicht so anders, wie mancher sich das vielleicht vorstellt: Eine Hyperinflation mag uns erwarten und vielleicht verliert der Dollar sogar sein Reservewährungs-Privileg, aber viele Unternehmen mit einem auf die Zukunft ausgerichteten Geschäftsmodell (zum Beispiel: Amazon, Google, Netflix) werden ihren Wert behalten und auf der anderen Seite gestärkt wieder auftauchen. – Natürlich könnte ich mich mit diesen Prognosen auch auf dem Holzweg befinden. Wie der Ray Dalio sagt: Ich weiß mehr nicht, als ich weiß.