Gestern gegen vier Uhr, also zur Siestazeit, wenn die Straßen in den Wohnquartieren auch in gewöhnlicheren Zeiten menschenleer sind, Gang in den Supermarkt. Es war ein kalter, grauer Tag. Nieselregen fiel. Die wenigen Menschen, denen ich begegnete, trugen Masken und Handschuhe und zogen Einkaufswagen nach sich. Ein Straßenfeger ging von Ampel zu Ampel, spritze ein Desinfektionsmittel auf die Grünlicht-Knöpfe und rieb sie ab. Kaum Verkehr. Einzig ein Polizeiwagen fuhr so langsam vorbei, als sei er in einem amerikanischen Ghetto auf Patrouille. Ich fühlte mich wie in einem postapokalyptischen Film. Im Supermarkt stand am Eingang eine Verkäuferin mit Gesichtsmaske und händigte den Eintretenden Einweg-Handschuhe aus. Es roch stark nach Lauge. Auch im Laden nur wenige Leute. Einmal stand ich einer Frau gegenüber, die gerade in denselben Gang einbiegen wollte wie ich. Wir blieben beide kurz stehen, dann ging sie in die andere Richtung weiter.