Turgenjews „Väter und Söhne“: Die Geschichte eines Zeitwandels, also einer Zeit, in welcher die Väter die Welt ganz anders sehen, als die Söhne. (Über Mütter und Töchter dachte man damals noch nicht viel nach. –– Nachtrag: Ein paar Tage später lese ich allerdings, dass der russische Originaltitel des Buches “Väter und Kinder” hieß.) Das letzte Mal, dass wir im Westen so einen Zeitwandel durchlebten, war in den sechziger Jahren. Seither haben die Söhne nicht mehr gegen die Väter rebelliert. Die nächste Trennlinie ist vielleicht die technologische Revolution, doch scheint sie Generationen nicht wirklich zu trennen.
Der Roman spielt in der Zeit der großen Umbrüche in Russland. Erste sozialistische Ideen; Landwirtschaftsreform; Freilassung des Gesindes … Der Sohn ist ein Nihilist, lehnt also alle Werte und Autoritäten ab. Nur das Praktische ist ihm Maßstab. Der Vater ist ein „Romantiker“; ihm sind die Kunst und die Natur, aber auch die althergebrachte Ordnung wichtig. Der Sohn lehnt das alles ab. Die Natur sei naturwissenschaftlich zu verstehen; die Kunst nach ihrem praktischen Wert zu beurteilen; die Ordnung nur zu akzeptieren, wo sie ihm praktische Vorteile verschaffe.
Ich stecke genau in der Mitte des Buchs. Der Nihilismus des Sohnes beginnt zu wanken.

Gestern ein zufälliges Treffen mit einer alten Freundin an der Konferenz, sowie ein gutes, amüsantes und somit angenehmes Abendessen mit Kunden.

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