Zum Kaffee im Notizbuch von Sloterdijk gelesen (“Zeilen und Tage – Notizen 2008 – 2011”). Hiebe nach links und rechts, nach oben und unten. Ein paar Auszüge:

“Sie wissen nicht, im Enddarm des Satan duftet es wie in einem fabrikneuen Lexus oder in einem frisch renovierten Finanzberatungsbüro.”

“Die Anthropologie des bedingungslosen Grundeinkommens erhebt eine Trias aus Arbeitslosen, Strafgefangenen und Bohemiens zur Daseins-Norm in der westlichen Welt. An dieser Forderung ist eine gewisse Toleranz lobenswert: Denen, die mehr leisten und verdienen wollen, wird das gute Recht zugestanden, die Gesellschaft der bedingungslos Versorgten zu alimentieren.”

“Man sollte im übrigen endlich zugeben, dass es keinen Nobelpreis für Literatur mehr gibt. Es werden drei Nobelpreise für gute Absichten verliehen – einen, den man gewinnt, wenn man die guten Absichten mit literarischen Mitteln ausgedrückt hat, einen, den gewinnt, wer gute Absichten aktivistisch beweist (Friedensnobelpreis), und einen, den bekommt, wer die guten Absichten in mathematische Formeln verkleidet (Wirtschaftsnobelpreis).”

So legt sich der sogenannte Zeitdiagnostiker mit vielen an. Seine Hiebe im Dialog zu parieren wird manchen Angegriffenen zu riskant sein. Da bliebe nur das Diffamieren, die Unterstellung böser Absichten.


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