Berlin, 1. März 2019

Nach drei Tagen ist die Arbeit abgeschlossen. Ich sitze im Hotelzimmer und lese. Da es an der Industrieausstellung an jedem Stand etwas zu essen gab, habe ich immer noch keinen Hunger. Ein Restaurant habe ich mir auf dem Spaziergang zum Hotel aber bereits ausgesucht – falls der Hunger noch kommt.

Nach der Arbeit hatte ich noch einen anderen Kunden besucht. Wir saßen im 25. Stock des Allianz-Turms mit schönster Aussicht auf Berlin. Jetzt Konferenzraum, war das große Zimmer (auf zwei Seiten mit Fenstern vom Boden bis zur Decke) bei der Gründung der Firma noch Direktorenbüro gewesen. Ein würdiger Platz für einen Direktor alter Schule. Man stellt sich vor, wie er Whisky getrunken und Zigarren geraucht hat.

Neue Bücher habe ich keine gekauft. Mit Faszination lese ich die EJ-Biographie. Selten hat mir eine literarische Biographie so sehr gefallen. Die letzte war wohl vor fast dreißig Jahren die von EH (Hemingway). Beide Autoren haben einiges gemein. Ihre Teilnahme an beiden Weltkriegen, ihr Männlichkeitswahn, der sie heute zu unmodernen Autoren macht – zumindest EJ, vermutlich auch EH. Eine dritte Biographie, die mir in den Sinn kommt ist die von Jack London. Ich hatte sie gelesen, als ich Rekrut war. Auch sein Wahn schlägt in dieselbe Kerbe: Natur, Abenteuer, Rausch, obwohl alle drei Schriftsteller ganz unterschiedliche Männer waren.

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