Träume

Liegt der letzte Eintrag tatsächlich zwei Wochen zurück? Ich hinke mir selbst hinterher. Höchste Zeit zur Aufholjagd. Untenstehendes notierte ich vor fast zwei Wochen (natürlich überarbeite ich das Geschriebene und streiche Vieles, bevor ich es in die unendlichen Weiten des Internet-Raums entlasse):

Heute habe ich zum ersten Mal meinen eigenen Kaffee ins Büro mitgebracht und ihn dann mit etwas Milch in der Mikrowelle aufgewärmt. Ich mache ihn am Morgen mit der mittelgroßen italienischen Cafetera, behalte eine Tasse für den Nachmittag und trinke den Rest am Morgen.

*

Intensive Träume heute Nacht. Vielleicht kann ich mich noch an sie erinnern, weil es sich um Angstträume handelte. Weil es um Situationen ging, in denen ich mich nicht wohlfühlte, nicht wusste, wie ich handeln sollte. Ich hatte einen Traum, erwachte, dachte über den Traum nach, schlief wieder ein und erlebte eine zweite Situation in derselben Traumwelt.

Der erste Traum: Es war in Zürich. Ich war nicht allein, sondern befand mich in Begleitung von jemandem, vielleicht von Carolina. Eigentlich aber war meine Begleitung im Traum nur eine gefühlte Präsenz, die sich mir nie zeigte. Sie hatte keine konkrete Form. Ich kann mich an keine Unterhaltungen erinnern, weiß einfach, dass ich nicht alleine war. Es war, als wäre diese andere Person nur anwesend, damit ich mich vor ihr rechtfertige. Ich hatte das Gefühl, vor ihr, die körperlich eigentlich gar nicht anwesend war, gradestehen zu müssen. – Ich fuhr in einem Auto, das sich später in ein Fahrrad verwandelte, zum Hauptbahnhof Zürich. Zunächst genoss ich die Fahrt durch die Stadt. Dann stellte ich das Fahrrad, denn es war nun kein Auto mehr, sondern eben ein Fahrrad, an einem Bahnhof ab, um den Zug zu nehmen und die Stadt zu verlassen. Es war aber nicht der Hauptbahnhof, sondern ein Nebenbahnhof. Also machte ich mich auf den Weg zum Hauptbahnhof. Was dann genau geschah, weiß ich nicht mehr. Auf alle Fälle verirrte ich mich. Der HB blieb unauffindbar. Dann fiel mir plötzlich ein, dass das stehengelassene Fahrrad gemietet war, und ich die Stadt nicht verlassen konnte, ohne es zurückzubringen. Ich wollte also des Velos wegen, wieder zu diesem Nebenbahnhof zurückkehren, fand ihn aber nicht mehr. Ich konnte mich auch nicht daran erinnern, wie der Nebenbahnhof hieß. Zunehmend verzweifelt, irrte ich durch die Stadt. Irgendwann schaffte ich es, mit dem Nebenbahnhof in Kontakt zu treten. Es war eine Art live-Schaltung dahin, als befände ich mich mit jemandem dort in einer Skype-Video-Konferenz. Ich konnte mich aber mit dieser Person nicht unterhalten, sondern betrachtete einfach das Videobild und versuchte einen Blick auf ein Schild zu erhaschen, welches mir verraten würde, um welchen Bahnhof es sich handelt. Schließlich und endlich gelang mir das. Ich erspähte das Bahnhofsschild. Es handelte sich um den Bahnhof Zürich-Tiefenbrunnen. Das war mein Bahnhof, als ich in Zürich wohnte. Wie wäre es, wenn man wirklich in die Vergangenheit skypen könnte?

Der zweite Traum: Wiederum befand ich mich in Zürich, es war aber auch Ovideo (in Asturien) und sogar Berlin. Zur Hauptsache aber war es Zürich. Carolina und Paul waren auch mit dabei. Später befand ich mich in Begleitung von Abel, der aber Carolinas Charakterzüge hatte. Wir saßen mit vielen anderen Menschen an einer Bushaltestelle. Ein paar schwarze Jugendliche, eine Art Gang, befanden sich auch dort. Einer von ihnen unterhielt sich über die Fernsprechanlage mit einem Mitarbeiter der Busbetriebe. Solche Fernsprechanlagen findet man an Madrider Metrostationen, damit man sich bei Problemen mit jemandem von der Metro unterhalten kann. Das Gespräch verlief nicht zur Zufriedenheit des Jugendlichen und er begann, die Fernsprechanlage mit Fußtritten zu traktieren. Nun begann sich Abel wie Carolina zu verhalten. Er forderte den Jungen auf, damit aufzuhören. Das ließ sich der Junge nicht gefallen. Er und seine Gang kamen auf uns zu und begannen uns zu belästigen. Was danach geschah, weiß ich nicht mehr. Die Belästigungen waren unangenehm, aber nicht gefährlich. Ich erinnere mich an ein kleines Mädchen, dass zur Gang gehörte. Es war so klein wie ein Kind, höchstens zehn Jahre alt. Der Gangsterboss forderte das Mädchen dazu auf, einen Jungen, der nicht älter als das Mädchen war, zu küssen. Ich dachte: Das geht doch nicht, das sind ja noch Kinder. Dann aber sah ich, dass der Kleine schon einen Schnauz hatte und auch das Mädchen sah bei genauerem Hinsehen um einiges älter aus. Ich dachte: Vielleicht ist sie so klein, weil sie kein schönes Leben hatte. Was macht sie nur bei dieser Gang. Danach bin ich wohl erwacht.

Die relativ einfache Interpretation der Träume wird nicht in die dunkle Unendlichkeit des Internets entlassen.

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