Träume

[Donnerstag] Der Himmel ist bedeckt; die Luft ist schwanger mit Feuchtigkeit. Viel Verkehr auf der M50. Bei der Ausfahrt 82 begann es zu tröpfeln. Vor der Schule spricht ein Vater, einer der alles glaubt, was man ihm erzählt, vor allem wenn der Erzähler sich gegen das System ausspricht, dass er gestern einen Vortrag gehört habe. Um ethisches Geld, oder so etwas Ähnliches, soll es gegangen sein. Der Vortragend hatte davon gesprochen, dass in fünf Jahren, vielleicht sogar schon in drei, unser monetäres System zusammenbrechen werde. Ich will den, der alles glaubt, darüber aufklären, dass man grundsätzlich jemanden, der konkrete ökonomische Prognosen macht („in zwei Jahren geschieht dies oder das“), nicht ernst nehmen solle, komme aber nicht dazu, weil jemand anders mich nach dem schweizerischen politischen System mit seinen Referenden fragt.

Noch immer, dies am Morgen schreibend, der Kaffee ist bereits getrunken und tut seine Wirkung, sind ein paar nächtliche Traumbilder nicht ganz verflossen. Vor allem an das Folgende kann ich mich noch erinnern: Ich saß mit H. in einer Beiz, nein eher in einem guten Restaurant. Vor uns lag ein Teller, darin Brotscheiben mit Olivenöl. Die Brotscheiben waren aber auch Papier, darauf ein Text, ein Manuskript. Ich erinnere mich, dass ich im Traum eine Brotscheibe aus nächster Nähe betrachtet hatte, darauf aber keine Buchstaben erkennen konnten. Trotzdem wusste ich, dass das Brot ein Romanmanuskript ist. Dann aber kam die Kellnerin und nahm uns den Teller weg. Sie war ungehalten: Seht ihr nicht, dass das Öl das Tischtuch verschmutzt, sagte sie und trug den Teller mit dem Brot/Manuskript in die Küche, wo es auf Nimmerwiedersehen verschwand. Als sie zurückkehrte beschwerte ich mich: Sind sie sich eigentlich im Klaren darüber, dass das kein gewöhnliches Brot sondern ein Romanmanuskript war? Sie schaute mich mit großen Augen an. Ach, das tut mir aber leid, dass wusste ich nicht. Ich ärgerte mich, wollte ein großes Aufsehen machen, aber H. hielt mich zurück.

Ein anderes Bild aus dem Traum, an dass ich mich erinnere: Der Himmel ist voller Flugzeuge. Sie alle vollführen wahnsinnige Manöver. Ein Airbus macht einen Looping; eine Boeing dreht sich um die eigene Achse; eine Gruppe von Skydivern segelt durch die Luft. Ich wunderte mich, dass nichts passierte, dass keines der Flugzeuge abstürzt. Dann aber höre ich in einiger Entfernung eine Explosion, ein dunkler Rauchpilz steigt in die Luft. Später aber stellte sich heraus, dass es kein Flugzeugabsturz war, sondern nur ein harmloser Autounfall.

An ein drittes Bild, erinnerte ich mich erst, als ich mit Paul über die Autobahnbrücke ging. Wie bei touristischen Brücken, zum Beispiel der Pont Saint-Michel in Paris, hängen auch hier zwei Vorhängeschlösser. Das haben zwei Menschen, die sich gern haben, hier hingehängt, sagt Paul. – Ich erinnerte mich, dass auch in meinem Traum Vorhängeschlösser vorkamen, wusste aber nicht mehr, in welchem Zusammenhang.

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