Mensch und Netzwerk

Gedanken zum Menschlichen und zum Künstlichem: Wie ist das Verhältnis des Gehirns und des Körpers? Was dient wem? Man könnte auch fragen:  Wie ist das Verhältnis des Bewussten und des Unbewussten? Jung schrieb, dass wenn wir uns das Unbewusste nicht bewusst machten, es unser Leben bestimmen würde. Er schien also der Meinung gewesen zu sein, dass das Bewusste dem Unbewussten diene. Elon Musk (trotz Tesla und SpaceX „auch nur ein Mensch“, aber ein sehr prophetischer) hat bei Joe Rogan etwas gesagt, dass in dieselbe Kerbe schlägt: „The limbic system exists in a symbiotic system with the cortex, but the cortex is in charge …“  Dabei ist das limbische System der „primitive“ Teil des Gehirns, welches Emotionen und das Triebverhalten steuert, und mit Kortex meint Musk the thinking part of the brain. Wieder ist also die Rede vom Bewussten und vom Unbewussten.

Jung und Musk sind sich einig, und es ist wohl wirklich so: Das Bewusste dient dem Unbewussten. Dieses Bewusste, „der denkende Teil des Gehirns“, könnte um ein Vielfaches erweitert werden, nämlich durch künstliche Intelligenz, oder vielleicht besser gesagt, durch das Einklinken ins Netzwerk, denn KI ist nicht „eine Maschine“ sondern ein Netzwerk von Maschinen.

Dann stellt sich aber die Frage, ob unsere durch KI gesteigerten kognitiven Fähigkeiten immer noch uns dienen werden, oder es nicht eher so sein wird, dass das Netzwerk unbefugten Einfluss auf das Unbewusste zu nehmen droht? – Zweiteres scheint der Fall zu sein, wie wir schon heute beobachten können. Wir sind nämlich bereits Teil des Netzwerkes. Unser Smartphone ist zur Verlängerung unser selbst geworden. Es verbindet uns mit dem Netzwerk. Nur ist die Bandweite (the bandwidth) dieser Verbindung noch sehr eingeschränkt – so wieder Elon Musk; in Zukunft wird aber unser „Telefon“ ein Teil von uns sein, eingebaut sozusagen. Dann wird sich die Frage erst recht stellen: wer dient wem?

Es scheint mir so, dass es bereits heute oft „falsch herum“ läuft. Das Netzwerk macht uns zu seinem Diener. Es buhlt um unsere Aufmerksamkeit, appelliert an unser Instinkte und Triebe, kommuniziert so direkt mit unserem Unbewussten und zwingt uns zum Handeln im Sinne des Netzwerks, oder der verschiedenen Akteure des Netzwerks, bei denen es sich nicht um Menschen sondern Organisationen handelt, biologisch-künstlichen Systemen (Unternehmen wie zum Beispiel Facebook also, welche eigentlich ein großer Organismus bestehend aus Menschen und Maschinen aber mit eigenem Zweck sind.)

Wie soll der Mensch sich hier verhalten? Elon Musk empfiehlt, dass wir bewusst Teil des Netzwerks werden: „If you can’t fight it, join it.“ Man könnte sich auch versuchen abzukoppeln, es nur zu nutzen, ihm nicht zu dienen. Bücher aus Papier, in den Wald gehen, Digitales von sich weisen … Aber inwieweit wäre dies überhaupt noch möglich? Schlussendlich läuft es wohl darauf heraus, dass wir uns mit dem Netzwerk verbinden, wie Musk vorschlägt, aber versuchen müssen, es in unsere Dienste zu stellen. Dabei gilt es zu bedenken, dass Vieles was es uns offeriert, wir überhaupt nicht brauchen, denn es sind falsche Offerenten. Es versucht unsere Dienste zu erschwindeln.

Leave a Reply

Fill in your details below or click an icon to log in:

WordPress.com Logo

You are commenting using your WordPress.com account. Log Out /  Change )

Google+ photo

You are commenting using your Google+ account. Log Out /  Change )

Twitter picture

You are commenting using your Twitter account. Log Out /  Change )

Facebook photo

You are commenting using your Facebook account. Log Out /  Change )

Connecting to %s