Wolkenbruch

Wolkenbruch. Ein schönes Wort, wie es nur im Deutschen existiert. Das englische downpour ist praktisch und anschaulich, aber weniger dramatisch; das spanische chaparrón beinahe kindlich – auch das typisch. Wir stehen in der Küche als es auf einen Schlag so dunkel wird, als hätte jemand per Knopfdruck die Sonne gelöscht. Wir verstummen ob des plötzlichen Lichtwechsels. Ein ferner Donner rollt in die Stille herein. „Ein Gewitter!“, ruft Paul. Der Donner komme von ganz weit her, sage ich, hier wird es nicht gewittern, nicht einmal regnen. In diesem Augenblick klatschen die ersten Tropfen in den Innenhof. Der Regen beginnt nicht allmählich sondern urplötzlich. Die Akustik des engen Hofes intensiviert das Klatschen der Tropfen auf den Boden; es wird zum Trommelfeuer. Wir gehen auf den Balkon und schauen zu, wie die Passanten im Laufschritt irgendwo Schutz zu suchen. Es ist kühl, als hätte der Sommer sich soeben verabschiedet.

Ein paar Minuten später ist alles wieder vorbei. Es wird hell, der Himmel blau; wegen der feuchten Luft ist die Hitze nun intensiver als zuvor. Ein Platzregen. Auch das ein typisch deutsches Bild. Die platzende Wolke ist noch dramatischer als die brechende.

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