Gossau, 21. Juli 2018

In kurzer Folge lese ich zwei nihilistische Büchlein, eins nach dem anderen. Eine Erzählung von Jünger und der Erstling von Houllebecq. Eigentlich fühle ich mich ja von Helden und Heldensagen angezogen, von den klassischen Griechischen bis zu Jocko. Ist aber Nihilistisches kultivierter, tiefer als Heroisches? – Natürlich nicht, obwohl man oft den Eindruck zu erwecken versucht. Beide Vorlieben sind eine Folge unseres materialistischen, wissenschaftlichen Zeitalters. Einerseits der Nihilismus als konsequentes Weiterdenken des Prinzips Zufall und Chaos; andererseits aber auch die Liebe für archetypische Heldensagen als Schutz gegen eben diesen Materialismus. Im Grund zwei Seiten derselben Münze. Vielleicht lese ich deshalb diese Nihilisten so gerne: weil sie einfach eine andere Sichtweise auf dieselbe Welt bieten, welche auch in den Heldensagen beschrieben wird. Aber natürlich lese ich Jünger und Houllebecq als Held: Sie sind der Drache, dem ich mich stelle.

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