Goldgrube

Auf dem Weg zu meiner BJJ-Akademie liegt eine Bar. (Eine bar ist in Spanien eine Mischung aus Café und Kneipe, mit einem französischen Bistro vergleichbar – es gibt Kaffee, Bier, Frühstück und oft auch ein Mittagsmenü). Durch ein großes Fenster (eigentlich ein Schaufenster) sieht man hinein. Sie ist immer fast leer, wenn ich an ihr vorbeigehe. Manchmal stehen zwei, drei Männer an der Theke und trinken Bier aus kleinen Gläsern; manchmal raucht jemand draußen auf der Straße, das Bierglas neben sich auf dem Stehtischchen stehend. Die Bar ist schlecht beleuchtet – sie ist das Gegenteil von gemütlich. Der Wirt, ein sehr dicker Mann, steht nur selten hinter der Theke, über welcher seit der Katalonien-Krise eine spanische Flagge hängt. Meistens sitzt er an einem Tisch und schaut hoch zum Fernseher, den man von draußen nicht sieht, da er an Wand über den Fenstern angebracht ist – gegenüber der Flagge. Das pausenlose Gerede dreier (wie in Spanien üblich) Sportkommentatoren oder das Geschrei einer hirnlosen Sendung dringt durch die offenstehende Tür ins Freie. Die Bar macht nicht den Eindruck einer Goldgrube.

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