Ein Haus

Ein Haus auf einem großen Gelände am Rande der Stadt. Auf der einen Seite, getrennt durch die Autobahn Madrid – A Coruña, liegen weitläufige Vororte: alte Dorfzentren in denen wenig begüterte Spanier und südamerikanische Einwanderer wohnen, darum herum große Quartiere mit Einfamilienhäusern und teuren Wohnungen; auf der anderen Seite liegt El Pardo, ein Naturpark bestehend aus bewaldeten Hügeln voller Wildschweine, welcher sich von den Bergen herkommend dicht an Madrid anschmiegt. Manchmal kreisen die Adler aus dem Pardo hier über den gutbürgerlichen Einfamilienhäusern. In einem dieser Häuser wohnen L. und Z. mit ihren zwei Kindern. Ihr Haus ist aber nicht gutbürgerlich sondern eher … vielleicht könnte man sagen nonkonformistisch. Außerdem ist es erst zu zwei Dritteln renoviert. Wir sitzen in der Küche, welche dank zwei vor kurzem herausgebrochenen Wänden mit dem Wohnzimmer und einem anderen Zimmer verbunden ist. Wir befinden uns im nicht-renovierten Teil des Hauses. Dutzende von Stellen zeugen davon, dass hier noch viel Arbeit vor den Hausherren liegt: die Küche besteht aus einer per Gasbombe betriebenen Herdplatte, der Wasserhahn ist noch nicht mit den Wasserwerken, sondern mit einem Grundwasserbrunnen verbunden, die Wände um die neuen Fenster herum sind unverputzt, Kabel und Röhren ragen zwecklos aus der Wand etc. Außerdem steht allerlei Zeugs herum, das seinen Platz im Haus noch nicht gefunden hat. Das tut der Gemütlichkeit des großen Raums allerdings keinen Abbruch. Im Kamin werden Kastanien geröstet. Ein starker, schneeweißer und äußerst friedlicher Schweizer Schäferhund liegt unter dem Tisch. Auf der Herdplatte braut der Kaffee.

Das ist der rechte Hausteil. Der linke Hausteil und das Obergeschoss sind bereits ausgebaut. Links befinden sich die Schlafzimmer und oben ein großer, heller Dachboden, welchen die beiden vermieten und für ihre eigenen Seminare brauchen. In einer Ecke steht das Schlagzeug eines Schlagzeuglehrers; Yoga- und andere Klassen finden dort statt; für nächstes Wochenende ist die meditative Gesangs- und Musiksession eines Vokalisten und Schauspielers geplant. Vieles hat Z. noch vor: zwei neue Gebäudeteile bauen, einer für die Küche und der andere für ihre Tanzschule; ein Dom für weitere Workshops im Garten.

Wir sprechen ein wenige von der Schule unserer Kinder – dorther kennen wir uns – und dann von L.’s Ayahuasca-Erfahrungen und Z.’s Plänen mit dem Haus, das zu einer Mischung aus Wohnstätte und Werkstatt werden soll.

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