Regen

Es nieselt und ich wundere mich, woher der Regen kommt. Der Himmel über mir ist wolkenlos, aber der Schein trügt – bei genauerem Hinsehen, erkenne ich einen dünnen Schleier über dem Blau. Es geht ein ungestümer Wind. Er wird wohl für das Herantragen der Tropfen verantwortlich sein. Ich beobachte, wie er in kleinen Wutausbrüchen die Bäume schüttelt, wie auf der sonnenbeschienen Straße hunderte von Blättern im Kreise wirbeln. Eine Weile gucke ich hin, dann hebe ich wieder den Blick. Jetzt erkenne ich, woher die Tropfen in meinem Gesicht stammen. Ich befinde mich am Rande einer Regenzone. Um genauer hinzusehen, steige ich auf die Passerelle. Ich sehe die Skyline von Madrid, und wenn ich den Kopf drehe, die Bergkette, welche das Ende des Stadtraums markiert. Es regnet in der Sierra und es regnet in Madrid. Der Himmel am Horizont ist dunkel, fast schwarz, und der Regen fällt in gleichmäßigen Bahnen und verdunkelt die Hochhäuser der Stadt und die felsigen Abhänge der Berge. Die Regenwolken haben sich zu einer Sichel formiert, vor und hinter und neben mir regnet es stark, aber ich bleibe fast verschont.

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