Madrid, 23. November 2017

Madrid ist immer eine trockene Stadt. Zu jeder Jahreszeit kann der Himmel tage- oder sogar wochenlang wolkenlos blau bleiben, im Sommer sogar monatelang. Doch fällt in der Regel vor allem im Herbst und im Frühling trotzdem genug Regen, um eine Stadtregion von sechs Millionen Einwohnern mit ausreichend Wasser zu versorgen. Zur Zeit aber herrscht Dürre; die erste Dürre, die ich selbst erlebe. Seit die Sommerhitze bereits im Juni, einen Monat zu früh, die Stadt in Beschlag genommen hatte, hat es so wenig geregnet, dass ich mich an jeden Niederschlag erinnern kann. Es waren genau deren vier Mal: Ein Gewitter im Juni (am Abend des Tages, an dem ich einigen amerikanischen Gästen gegenüber behauptet hatte, es würde nun bis Ende August nicht mehr regnen – sie mögen mich verwünscht haben, als sie tropfnass nach einem Taxi winkten), dann nochmals ein wenig Regen während eines Kälteeinbruchs Anfang Juli (zur Abkühlung der World Pride), und nach dem Sommer je ein Regentag im September und im Oktober. Das ist nicht genug. Noch immer kommt Wasser aus dem Hahn, noch immer zischen die Sprinkler am Morgen, aber überall, wo nicht künstlich bewässert wird, beginnt das Land auszutrocknen. Die Felder am Rande der M50 sind gelb und braun und lassen einem an Halbwüsten in Arizona denken. – Wasser soll die wichtigste Ressource des 21. Jahrhunderts sein.

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