Madrid, 26. Oktober 2017

Ich verzichte jetzt ganz auf online Medien. Ich mag das Radio; am Morgen höre ich auf der Fahrt von Las Rozas nach Las Matas ein wenig zu, normalerweise RNE 1, wo zur Zeit immer über Katalonien und nicht viel anderes gesprochen wird. In der Bibliothek werfe ich manchmal einen kurzen Blick in die spanischen Tageszeitungen. Meist überfliege ich nur die Schlagzeilen und einen oder zwei Berichte. Das genügt mir. Nur am Wochenende kaufe ich mir eine Zeitung; wenn ich im Zentrum bin vielleicht eine deutsche, schweizerische oder englische, ansonsten El Mundo oder El Pais. Ich habe den Eindruck, dass man sich so zur Genüge informiert. Was auf der Welt geschieht, erfährt man in groben Zügen; vom ewigen Nachrichtenstrom aber, welcher seit der Erfindung von ‚like’ und ‘share’ zum gefährlich Gewässer geworden ist, kappt man sich ab. Mir fehlt nichts. Die Nachrichten haben nämlich dieselbe Evolutionsstufe erreicht, wie die Nahrung: Tausend Jahre lang herrschte Not und Mangel, dann kam ein kurzes, goldenes Zeitalter, bis bald darauf Zucker, Salz und billiges Fett das Zepter übernahmen und aus der Abundanz eine Epidemie wurde. – Die Medien haben sich in die genau gleiche Richtung entwickelt: Nachrichten, früher ein rares Gut, gibt’s unterdessen im Überfluss. Gefragt ist die Informationsdiät.

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