Madrid, 22. Juli 2017

Safranski im Goethe-Buch: “Um große Themen zu traktieren, braucht man noch nicht ein großer Mensch zu sein. Das Literatentum aber machte die Literatur um Maßstab für den Menschen, während man, davon ist Goethe inzwischen überzeugt, umgekehrt die Literatur am Menschen messen soll, den die Wahrheit ergibt sich aus dem praktischen Leben, nicht aus der Literatur. Deshalb verbiet sich jede Arroganz der Literaten gegen die lebensklugen Menschen.” – Das las ich gestern Morgen. Darauf folgten einige Gedanken und Notizen zu Literatur und Lebensklugheit und dem Graben zwischen den beiden Begriffen, ein Graben aus Arroganz und Ignoranz.

Heute Morgen lese ich einen dieser “postmodernen”, scheinbar gegen die Lebensklugheit anschreibenden Autoren (zumindest deutet das erste Kapitel darauf hin). Ben Lerner, Leaving the Atocha Station. Zum Beispiel: “The poet to whom Abel likened me was a reactionary, the second smoker seemed to say, and his formal conservatism was the issue of his right-wing sympathies; my writing recalled him only in its sonority, but my formal openness signalled a supple capacity to take the measure of contemporary experience quite distinct from so an so’s fascistic longing for some lost social unity.”

Ab dem zweiten Kapitel beginne ich Leaving the Atocha Station sehr amüsant zu finden. Der auf den ersten Blick alles andere als lebenskluge Protagonist beginnt, gerade wegen seiner sich selbst nicht ernst nehmenden Persönlichkeit, die ihn umgebende Künstler- und Poetenwelt auf sehr klare Art und Weise zu sehen und zu beschreiben.

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