Madrid, 14. Juli 2017

Nach ein paar angenehmen Tagen in Sitges, zurück in der Hitze Zentralspaniens. Bei dreißig Grad eingeschlafen. Trotzdem sehr gut geschlafen, wobei ich allerdings von einem sehr jungschen Traum heimgesucht wurde: Wir waren an einer Schule, der neuen Schule meines Sohnes sehr ähnlich. Die entscheidende Person war ein Mann mit Bart, der mich an den Lehrer erinnerte, welcher uns vor ein paar Monaten durch die Schule geführt hatte. Zunächst ging es um die Kinder, aber von diesem Teil des Traums sind mir nicht viele Erinnerungen geblieben.

Irgendwann – und hier beginnt der Hauptteil des Traums – hatte ich an einem Examen teilzunehmen. Es war eine Art Maturaprüfung. Das Examen fand an besagter Schule in einem sehr engen und lauten Raum statt. Ich hatte keine Angst vor dem Examen; wir hatten drei Stunden Zeit und der Gedanke, nicht zu bestehen, war mir nicht einmal durch den Kopf gegangen. Wegen des Lärms aber konnte ich mich nicht konzentrieren. So verließ ich den Raum, um mir irgendwo in der Nähe Ohrstöpsel zu kaufen. Hier begann der Albtraum, aber zunächst kam es noch zu einem kleinen Intermezzo. Der bärtige Lehrer, welcher die Examensaufsicht hatte, hielt sich an der Talstation eines Skilifts auf, welche, auf eine Art und Weise wie es nur in der Traumwelt möglich ist, vor oder sogar im Prüfungsraum lag. Ich selbst fand mich plötzlich an der Bergstation des Skilifts wieder, wo ich half, etwas Abfall zusammenzulesen. Dann war ich wieder unten und sah neben dem Lehrer drei Paar gelbe Ohrstöpsel liegen. Ich fragte ihn, ob ich eins benutzen könnte, aber der Lehrer schüttelte den Kopf. Ich wunderte mich, dass er sie mir verweigerte; später aber fiel mir ein, dass sie wohl anderen Prüflingen gehört haben mussten, welche eine Prüfungspause für ein paar Minuten auf der Skipiste nutzten.

So machte ich mich auf den Weg in die Stadt, um schnell Ohrstöpsel zu kaufen, bevor ich die Prüfung fortsetzen würde. Hier begann der archetypische Teil des Traums: Ich irrte durch die Stadt, erreichte mein Ziel aber nie. Im Gegensatz zur Schule, welche in Spanien lag, handelte es sich um eine Schweizer Kleinstadt. Ich ging von einem Laden zum anderen, fand aber nirgendwo den gesuchten Lärmschutz. Dieses Traumkonzept ist nicht neu für mich; es ist demjenigen des Läufers der nie ans Ziel kommt verwandt.

Dann aber plötzlich ein Lichtschimmer: Ich erblickte eine Apotheke. Endlich, dachte ich, und verabschiedete mich von meiner Frau, welche unterdessen auch aufgetaucht war. Als ich aber die Straße überquert hatte, stellte sich aber heraus, dass die Apotheke von Chinesen aufgekauft und in ein Restaurant vom Typ Goldener Drache verwandelt worden war. Dasselbe Schicksal war dem daneben liegenden Coop widerfahren. Alles war in chinesischer Hand. Kein gelber Ohrstöpsel in Sicht. Ich schöpfte erst wieder Hoffnung, als ich einen Laden namens „Jelmoli“ erblickte. Dieser stellte sich aber als heruntergekommen und mit spärlichem Angebot ausgestattet heraus.

Ich guckte auf die Uhr und bekam es plötzlich mit der Angst zu tun. Eine knappe Stunde blieb mir noch, bevor ich die Prüfung abzugeben hatte und bestimmt war ich zwanzig Minuten von der Schule entfernt! Ich muss das ganze vor mir liegende Jahr neu planen, dachte ich, denn es konnte nun durchaus sein, dass ich die Prüfung, die doch ein Kinderspiel für mich hätte sein sollen, nicht bestehen würde. In diesem Augenblick begegnete ich M.B. und einem ebenfalls aus England stammen mate desselben. Die beiden waren bereits in town, da sie die Prüfung frühzeitig abgegeben hatten. Sie sprachen über ihre Antworten und machten sich um kleine Details Sorgen, für die ich selbst keine Zeit haben würde. That’s it, schoss es mir durch den Kopf, I’m lost. Dann wurde es plötzlich eng. Die Straßen waren voller Menschen. Ein aggressiver Deutscher Schäferhund schnappte nach mir, zum Glück aber gelang es ihm im Menschengewirr nicht, zu mir vorzudringen.

An dieser Stelle erwachte ich. Es war fünf Uhr morgens und angenehm kühl im Zimmer.

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