Virtue Signalling (oder amerikanisch: Signaling). Zu deutsch etwa: Zurschaustellung von Tugend und Moral. Durch große Worte (nicht durch Taten), oder heutzutage meist durch einen click & share, drückt man aus, dass man mit etwas nicht einverstanden ist, nicht zum Zweck, diese Sache zu ändern, sondern um sich selbst als tugendhafte Person darzustellen. Klassisches Virtue Signalling ist es, in Sozialen Medien, zum Beispiel, auf die brutale Siedlungspolitik Israels hinzuweisen, oder die amerikanische Waffenlobby zu entlarven. Auch Politiker sind davor nicht gefeilt: John Bercow, Speaker of the House of Commons, will Donald Trump in demselben nicht auftreten lassen. Natürlich geht es dabei weder um Trump noch um dessen Sexismus und Rassismus, welche Bercow als Gründe für seine Empörung vorbringt, sondern um Mr. Bercow selbst. Unbestreitbar ein Mann von Tugend und Moral (obwohl sogar das Hausblatt aller Kämpfer für Moral und Tugend, der Guardian, der Scheinheiligkeit verdächtigt – immerhin hatte Mr. Bercow nichts gegen den Besuch des Generalsekretär der Kommunistischen Partei Chinas einzuwenden.

 

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