Die Zukunft des Schreibens

Künstliche Intelligenz hat im Bereich des Übersetzens von einer Sprache in eine andere große Fortschritte gemacht. Der entscheidende Sprung nach vorne wurde gemacht, nachdem man sämtliche Linguisten, welche versucht hatten, Übersetzungsprogramme gemäß ihren Modellen zu programmieren, gefeuert hatte, und die Maschinen stattdessen mit Big Data zu füttern begann. Anstatt ihnen das Übersetzen beizubringen, ließ man sie selbst analysieren und lernen.

Auch im Bereich des Schreibens von Geschichten, wird es zu einer ähnlichen Entwicklung kommen. In einem Vanity-Fair-Artikel über den Untergang Hollywoods finden wir die folgende Passage:

“If you could give a computer all the best scripts ever written, it would eventually be able to write one that might come close to replicating an Aaron Sorkin screenplay. In such a scenario, it’s unlikely that an algorithm would be able to write the next Social Network, but the end result would likely compete with the mediocre, and even quite good, fare that still populates many screens each holiday season. The form of automation would certainly have a massive impact on editors, who laboriously slice and dice hundreds of hours of footage to create the best “cut” of a film or TV show. What if A.I. could do that by analyzing hundreds of thousands of hours of award-winning footage? An A.I. bot could create 50 different cuts of a film and stream them to consumers, analyzing where viewers grow bored or excited, and change the edits in real time, almost like A/B testing two versions of a Web page to see which one performs better.”

Ich bin mit dem Autoren nicht ganz einverstanden. In nicht allzu langer Zeit werden Maschinen hervorragende Filme und Romane schreiben – Sorkin-Filme, nicht nur Mittelmäßiges – und zwar indem sie bestehendes Material analysieren und lernen.

Das wird für Autoren, welche von Handlung und von Spannung lebende Geschichten schreiben, zum Problem werden. Ihr Job wird es in Zukunft wohl sein, von Maschinen geschriebene Geschichten zu lektorieren.

Nicht zu fürchten brauchen sich Autoren, welche aus sich heraus schreiben (vom Ursprung aus) und in ihren Texten menschliche Erfahrung vermitteln. Ein Computer könnte wohl die Bücher Franz Kafkas und ähnliche Text analysieren und ein Buch im identischen Stile produzieren. Es wäre aber trotzdem wertlos, genauso wie ein perfekt gefälschter Picasso wertlos ist. Die Zukunft des (menschlichen) Schreibens liegt also weder im erfinden spannender Handlungen noch im Komponieren schöner Sprache (obwohl beides seine Bedeutung für menschliche Autoren natürlich nicht verlieren wird), sondern im vermitteln menschlicher Erfahrung. (Irgendwann werden Maschinen natürlich auch nicht-menschliche Erfahrung vermitteln können und auch das wird seinen Wert haben, aber den menschlichen (musischen, literarischen) Schriftsteller, wird eine Maschine nie ersetzten können.)

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