Zwischen Wissenschaft und Spiritualität

C.G. Jung spekuliert über die Realität als Projektion eines tieferen Seins. Natürlich weiß er, dass er sich damit nicht mehr in der Empirie befindet, sondern persönliche Erfahrungen und Ahnungen beschreibt.

Links von Jung stehen die Materialisten. Sie lehnen solche als Hirngespinste ab. Richard Dawkins würde sagen, man könnte ebenso gut Thesen über das Spaghettimonster aufstellen. Damit lassen sie nur eine Art menschlicher Erkenntnisgewinnung zu, nämlich die wissenschaftliche. Die Materialisten sind die Front gegen den Relativismus der Spekulation. Sie spielen eine wichtige Rolle.

Rechts von Jung stehen die “Spirituellen”. Auch sie sehen das Ich als Illusion, allerdings spekulieren sie nicht, sondern tun so, als wüssten sie. Sie geben sich so als Dogmatiker zu erkennen, wie die von ihnen verhassten monotheistischen Religionen. Aber auch sie, genauso wie die traditionellen Religionen, spielen eine wichtige Rolle: Sie offerieren Geschichten. Solche sind für das menschliche Überleben meistens wichtiger als Fakten. Mancher mag auf tiefem Niveau Geschichten erzählen, aber auf jeder Stufe wartet ein Publikum begierig auf ein verständliches Sinnangebot.

Jung steht als Denker also in der Mitte. Es erstaunt manchmal, dass manche Materialisten diese Mitte nicht sehen, wohl weil ihr Blick sich an den Esoterikern ganz rechts außen zu sehr stört.

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