Madrid, 5. September 2016

Mein erster Studientag in der Bibliothek. Kurz, da Pauls Kindergarten erst um zehn Uhr begann. Morgen habe ich dann eine Stunde länger Zeit. Ich habe Evans gelesen. Das Buch beginnt mit Bismarck und erzählt dann die Geschichte Deutschlands bis zum Kriegsausbruch. Ich kann es nicht vermeiden, zu vergleichen. 1871 bis 1939. 2001 oder 2008 bis wann? Damit prophezeie ich nicht einen kommenden Krieg. Was kommen wird, können wir nicht wissen. Aber wir leben in einer Zeit der Ungewissheit und der Fragmentierung. Selten waren die Aussichten auf die nahe Zukunft so unberechenbar wie damals. Selten sind sie so unberechenbar wie heute. Es wäre aber ein Fehler, die Muster, die wir in der Geschichte erkennen auf das Heutige anzuwenden – viel zu verschieden sind die Lagen und Zeiten, aber Spengler schreibt vom Unsichtbaren, das sich verwirklichen will. Welche metaphysischen Kämpfe sind unter der Oberfläche im Gange? Auf dieser Ebene darf man die Weimarer Republik und den heutigen „Westen“ durchaus vergleichen.

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