What Does Russia Want from the West?

The Federalist writes about Russia’s recent high-profile cyberattacks on the USA, some of which are quite mysterious, as they mainly seem to want to disrupt Americans’ trust in their own political system.

Attacks from Russia targeted the upcoming American elections in different ways. At first glance, they seemed to mainly intent to harm Hillary Clinton (and hence “support” Donald Trump). But the Federalist suggests a different reading of the attacks:

At first glance, it looks like Russia favors Donald Trump and wants to undermine Clinton. And why not? Trump is certainly the pro-Kremlin candidate. He has nice things to say about Russian strongman Vladimir Putin, and even said he would be “looking into” recognizing Crimea as part of Russia. It would be easy to conclude, as some commentators have, that Putin wants to see Trump in the White House.

However, the truth isn’t quite that simple. As tempting as it is to see Russia as a partisan player on Trump’s side, the Kremlin’s goal isn’t to see a particular candidate win. The goal is much more insidious: to undermine American confidence in our political system. That is, the Kremlin’s real target is liberal democracy itself.

This makes sense, and may explain the Russian hacks into America’s electoral system:

On Monday, Yahoo News reported the FBI discovered evidence that foreign hackers penetrated two state election databases, in Arizona and Illinois. The hacks prompted the FBI’s Cyber Division to issue a “flash” alert to state election officials across the country, warning them to enhance the security of their computer systems. Federal officials believe hackers managed to download the personal data of some 200,000 Illinois voters and introduce malicious software into Arizona’s voter registration system.

Similar attacks were observed in (potential-NATO-member) Sweden, and in (faltering-NATO-member) Turkey:

During recent public debates in Sweden about entering a military partnership with NATO, for example, social media was inundated with false information about what the partnership would entail, including wild claims that NATO would stockpile secret nuclear weapons on Swedish soil and it would have the authority to attack Russia from Sweden without the government’s approval. (…)

Something similar happened during the recent coup attempt in Turkey, with a flood of Twitter posts claiming the U.S. airbase at Incirlik had been surrounded by thousands of armed police. The story didn’t gain the same traction as the anti-NATO narrative did in Sweden, but it demonstrates the extent to which Moscow is willing to employ Twitter trolls in coordination with official news channels like RT.com and Sputnik, the two main state-controlled media outlets that publish in English, to advance false storylines and distorted information.

What’s Russia’s end-game goal with these attacks? Are they provoked by domestic politics – fuelling tensions with the West to strengthen Putin’s domestic position? Or are there realpolitik reasons to want to destabilize NATO (the West’s armed forces) in order for Russia to gain more influence on its Western boarders?

One needs to follow the money in order to analyse Russia’s intentions. Putin’s money, obviously, given the President Almighty’s stronghold on the country.

Madrid, 30. August 2016

Immer noch Sommer. Pauls escuelita beginnt in einer Woche, dann wird sich der Tagesablauf wieder zu normalisieren beginnen. Am frühen Morgen hab ich Zeit zum Lesen. Spenglers Untergang des Abendlandes. Ein Schinken, über tausend Seiten. Kulturen als Organismen. Er nähert sich dem Thema von allen Seiten an, wiederholt sich oft, aber das ist gewollt. Anstatt seine These konzis zu darzulegen, wie man das heute machen würde, hat er ein Werk vorgelegt, in das man eintaucht, wie in eine unbekannte Stadt. Nur indem man sie durchstreift und viel Zeit in ihr verbringt, beginnt man sie zu verstehen.

Nach vorne blickend, hat Spengler 1918 die ersten Jahrhunderte des neuen Jahrtausends als das Greisentum unserer Kultur (der abendländischen) bezeichnet. Nach der Hochkultur kam die Zivilisation. Man konzentrierte sich auf Funktionales, Organisation und Technik. Das das American Age. Man hat tatsächlich das Gefühl, dass dieses auf eine Ende zusteuert. Die innere Kraft Amerikas (und damit der abendländischen Kultur) zerfällt.

Doch man sieht auch bereits etwas Neues am Entstehen. Der Neoliberalismus ist am Ende. Paul Masons Postkapitalismus steht zur Ablösung bereit, nicht als logischer Nachfolger des Untergehenden, nur als eine Möglichkeit. Frei zugängliche Information und Netzwerke. Wie Mason richtig schreibt, entsteht nicht nur ein neues Wirtschaftssystem, sondern auch ein neuer Mensch. Dessen Weltbild ist natürlich ebenfalls ein Netzwerk, in dem er die verschiedensten Perspektiven und Ansichten und Ideen verknüpft. Die Loyalität, falls es diese noch gibt, gilt nicht mehr dem Stamm, sondern dem Netzwerk.

Natürlich tummeln sich in diesem auch obskure Gruppen. Von innen und außen steht die Kultur unter Beschuss. Viele blicken nach hinten. Ob eine neue, globale Netzwerkkultur die abendländische relativ friktionslos abzulösen vermag, oder ob eine Zeit der Unruhe vor uns liegt, bleibt eine offene Frage.

Madrid, 23. August 2016

Montag. Ferien. Carol ist für zwei Nächte weg, ein Onkel ist gestorben. Ich habe zwei wunderbare Tage mit Paul verbracht. Sowohl gestern wie heute fuhren wir nach Atocha und spazierten dann langsam zur Plaza de España (gestern) oder nach Opera (heute), von wo aus wir zurückfuhren. Dabei zwei eigentlich nicht weiter erwähnenswerte Erlebnisse. Es geht um Afrikaner.

Am Bahnhof Cuatro Vientos fragte ich einen jungen Afrikaner – sportlich angezogen, muskulös und mit Kopfhörern im Ohr – ob der einrollende Zug nach Atocha fahre. Er entschuldigte sich auf Englisch dafür, dass er kein Spanisch sprach. Im Zug unterhielten wir uns dann, bis er ein paar Stationen später wieder ausstieg. Wir sprachen vorwiegend über London, wo er, der aus Äquatorialguinea stammt, lebt. In Aluche verabschiedeten wir uns – er war unterwegs in den Gym. Wir schüttelten die Hände. Er hatte einen kräftigen Händedruck.

Stunden später tauchte ich bei der Oper wieder ins Untergrund-Netzwerk ab. Ich kauerte auf der Rolltreppe, um Paul zu erklären, was eine Oper ist, als ich spürte, dass hinter mir jemand wartete. Ich drehte mich um, sah einen Afrikaner (eindeutig aus Afrika stammend, nicht zum Beispiel aus Kuba) und wollte aufstehen. Er winkte lachend ab, machte Grimassen für Paul und verabschiedete sich unten angekommen fröhlich.

Keine außergewöhnlichen Ereignisse, aber Beispiel dafür, dass von vielen Afrikanern, eine ungewöhnliche, starke, positive Energie ausgeht. Ich spüre das immer wieder, auch bei den vielen Afrikanern, die vor jedem spanischen Supermarkt stehen. Man gibt ihnen Geld, aber „betteln“ ist das falsche Wort für ihren Broterwerb. Es käme mir nie in den Sinn, sie als Bettler zu bezeichnen. Nicht aus falscher politischer Korrektheit, sondern weil man sie für die  gute Energie bezahlt, die sie verbreiten. Auch nicht aus Mitleid – ich habe einmal ausgerechnet, dass sie vermutlich mehr verdienen als die Kassiererinnen. Medizinmänner.

Wie kommt es, dass die Heimat dieser Menschen der dramatisch, dunkle Kontinent ist? Dafür gibt es rassistische und und etwas differenzierte antikolonialistische Antworten, die mich aber beide nicht interessieren – die Wahrheit liegt tiefer. Afrika ist wohl der menschlichste Kontinent, im besten und im schlimmsten Sinne. Kein Wunder stammt der Homo Sapiens daher.

Alcorcón, 20. August 2016

Wie fühlt es sich an, an diesem 20. August 2016 in der Welt zu leben? Komfortabel eingebettet in die westliche Zivilisation, welche von innen und von außen unter Beschuss ist, zur Gegenwehr zu träge, aber dank ihrer Schwere auch ein gewisses Gefühl an Sicherheit vermittelnd.

Einerseits habe ich zu essen im Überfluss, ein Dach über dem Kopf, Zugang zu allen Büchern die je geschrieben wurden und eine Veröffentlichungsplattform ohne Türhüter.

Andererseits leuchtet am Horizont das Bombenfeuer. Das war schon von Anfang an so, als die Seele sich der Biologie unterordnete.

Die gestellte Frage lässt sich nicht beantworten. Ich weiß aber, dass ich die Welt beobachten und zu verstehen versuchen muss.

Alcorcón, 13. August 2016

Im August kommt der Alltag in Spanien zum Stillstand, oder besser gesagt, die Energie der Spanier fließt in nicht-arbeitsbezogene Betätigungsfelder. Die Straßen Madrids sind nicht ganz so leer, wie sie es früher einmal gewesen sein sollen, aber doch merklich ruhiger. Alle die noch hier sind, wünschen sich, Madrid wäre immer so.

Da wir erst im Oktober an den Strand fahren werden, gehören wir zur Minderheit der Hierbleiber. Ich arbeite halbtags, verbringe den Rest des Tages größtenteils in der Badi und lesend. Die letzte Augustwoche werde ich mir ganz frei nehmen. Anstatt wegzufahren, haben wir beschlossen ein home improvement Projekt anzugehen.

Zur Zeit lese ich die folgenden Bücher:

Travels with Charley von John Steinbeck. Ein Geschenk von Carol zum fünften Hochzeitstag.

Postcapitalism von Paul Mason. Ich habe erst die Einleitung gelesen; sie hat mich hoffnungsvoll gestimmt. Endlich ein Buch, welches das Ende des Kapitalismus voraussagt, ohne damit auch das Ende unserer erfolgreichen, freiheitlichen Gesellschaft zu verkünden.

Ich versuch immer nur zwei Bücher gleichzeitig zu lesen, weshalb das folgende zur Zeit unberührt bereit liegt:

Der Untergang des Abendlandes von Oswald Spengler. Ich habe im Decline of the West Podcast von diesem Buch gehört. Es entwirft eine morphologische Theorie der Geschichte. Zivilisationen als Organismen, welche alle einen ähnlichen Lebensrhythmus durchgehen: Aufstieg, Blüte, Tod.