Alcorcón, 5. Juni 2016

Vor zwei oder drei Nächten hatte ich einen intensiven Traum, den ich nun allerdings, da ich keine Notizen vom Geträumten gemacht hatte, fast vollständig vergessen habe. Ich erinnere mich einzig an ein Traumgespräch, in welchem ich mich mit meinem Vater über Bürgerkriege unterhielt. Wie es in Träumen manchmal vorkommt, ging es um fundamentale Ideen, die an der Traumoberfläche aber unwirklich und auf den ersten Blick nicht sehr tiefsinnig ausgespielt wurden. Besagtes Traumgespräch ist mir aber in Erinnerung geblieben, weil ich am nächsten Morgen gleich nach dem Aufstehen – draußen war es noch dunkel, so dass der Übergang von der Traum- in die Tagwelt fast unbemerkt vor sich ging – einen Tagebucheintrag von Ernst Jünger gelesen habe (Siebzig Verweht), in welchem Jünger unser Traumgespräch sozusagen kommentierte. Es war nicht so, dass Jünger schon an früherer Stelle über ähnliches Geschrieben hatte – das Geträumte war keine Reaktion auf am Vortag Gelesenes. Es hat also jemand 1965 einen 2016 geträumten Traum kommentiert. Man weiß, dass in der Traumwelt die Zeit nicht existiert und ahnt manchmal, dass sie auch in der Tagwelt nur eine Illusion ist.

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