J.G. Ballard

High-Rise. Endlich der Film zu diesem 1975er J.G. Ballard-Buch. Ich habe von Ballard schon ein paar Bücher gelesen (The Drowned World, Crash, Empire of the Sun, Concrete Island und das erste Volumen seiner Kurzgenschichtensammlung), aber viele Bücher, wie auch High-Rise, liegen noch vor mir.

Ballard, der Visionär, welcher fast ohne zu reisen jahrzehntelang in seinem Semi-Detached in Shepperton, direkt unter der Heathrower Anflugschneise, nahe der großen Reservoirs, welche Westlondon mit Trinkwasser versorgen, lebte und schrieb. Eine sehr ballardian Stadtlandschaft.

Ballards SF-Geschichten, meist dystopische near-future Fantasien, lesen sich wie mythologische Texte. Dieser Genre-Schriftsteller (kein “Literat”) wird vor allem in Großbritannien von Lesern und anderen Autoren (auch “Literaten”) als mythische Figur verehrt. The Seer of Shepperton, wird er genannt.

Ich stelle mir Ballard vor, wie er seine Kinder in die Schule fuhr (seine Frau plötzlich an einer Lungenentzündung als die drei Kinder noch klein waren), sich dann in seinem etwas heruntergekommenen Haus mit dem überwachsenen Garten an den Schreibtisch setzte und vier Jahrzehnte lang seine Zukunftsvisionen niederschrieb. Nach dem Schreiben kümmerte er sich wieder um seine Kinder, und später, als diese seiner Obhut langsam entwuchsen, ging er auf lang Spaziergänge, durch die merkwürdige Stadtlandschaft am Rande Londons und setzte sich dann mit einem großen Glas Whisky oder Gin Tonic vor den Fernseher. Oblivion nannte er das.

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[Foto von Eamonn McCabe aus dem Guardian.]

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