Lauf übers Land

Ich hatte mit L. abgemacht, am Morgen laufen zu gehen. Tatsächlich standen wir beide am Samstagmorgen um acht Uhr auf der Straße. Es war kalt, zwei Grad, aber wir waren gut angezogen und es war windstill und die Sonne wärmte. Nach ein paar Minuten ließen wir das Dorf hinter uns und liefen auf einem Wanderweg (El Camino del Don Quijote) durch die Felder. Das Land ist flach. Weinbau soweit das Auge reicht. Auf der einen Seite wuchsen junge Reben, welche sich an Holzpfählen hochwanden. Die Felder auf der anderen Seite des Weges lagen brach; nur die Stümpfe abgeschlagener Weinreben waren zu sehen. Ein paar Bauern waren bereits bei der Arbeit. Sie kamen uns auf Traktoren entgegen gefahren, machten sich mit Rechen in den Feldern zu schaffen, und guckten uns mitleidig an: Wer an einem Samstagmorgen laufen geht, erledigt wohl sonst keine körperliche Arbeit.

Nach wenigen Kilometern drehten wir um. Ich hätte noch lange weiterlaufen können, aber L. machte sein Darm zu schaffen; ich ließ ihn schließlich zurück. Beim Dorfeingang dehnte ich bei einem alten Brunnenloch. Ich fühlte mich, als wäre ich gar nicht gelaufen, freute mich aber trotzdem über meine Stunde an der Morgensonne.

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