03.03.2016

Am Morgen hab ich’s ausnahmsweise einmal nicht aus dem Bett geschafft (erst um halb acht, als auch P. und C. aufstanden), dafür bin ich am Nachmittag, vor dem Mittagessen gelaufen. Um zwei Uhr stand ich unten auf der Straße, lief zum Park und drehte dort eine große Runde (knapp neun Kilometer). Es war sonnig und es herrschte eine angenehme Temperatur: die Sonne wärmte die Haut, aber der Wind war noch winterlich kühl. Ich bin unterwegs ein paar Mal stehen geblieben um Fotos von den Feldern, dem Himmel, der Skyline Madrids und den schneebedeckten Bergen am Horizont zu machen (Instagram).

Polvoranca run

Am Morgen hatte ich wie immer in der Bibliothek des Parque Coimbra geschrieben. Vermutlich eine der besten, weil ruhigsten und am wenigsten besuchten Bibliotheken in der ganzen Comunidad Madrid, oder zumindest im Einzugsgebiet der Stadt (in den Dörfern draußen gibt’s vermutlich ähnlich verlassene Bibliotheken). Meine Bibliothek ist aber nicht nur ruhig, sondern auch gepflegt und es herrscht allgemein ein angenehme Atmosphäre. Die beiden Bibliothekare (ein dicker Mann und eine Frau, die wie ein Bibliothekarin aussieht) ertappt man zwar, obwohl sie kaum etwas zu tun haben, nie beim Lesen, aber sie geben sich trotzdem Mühe ihre Bibliothek schön zu gestalten. Immer gibt’s zwei “Ausstellungen” mit Buchvorschlägen, zur Zeit: Gesundheit und Liebesromane, und sogar zum 100sten Geburtstag von Ruben Darío liegen ein paar Bände des Poeten auf einem Tischchen.

Wenn ich am Morgen die Bibliothek betrete, lese ich stehend immer die Schlagzeilen von “El Pais”, “El Mundo”, und “Marca” (Fußball interessiert mich nicht, aber Real Madrid, dieses Weltunternehmen, dieses zur Zeit sich in leichter Seenot befindliche Schiff fasziniert mich, der Kult, welcher hier und weltweit um diesen Verein herum herrscht. Ich lese mehr Artikel über Real Madrid, als ich mir Spiele des Clubs anschaue). Zeit die Zeitungen zu lesen, habe ich nicht. Das ist bedauerlich, gerne würde ich jeden Morgen mit einer Stunde Zeitungslektüre beginnen, nicht nur die spanischen, auch die deutschen, die schweizerischen und die englischen Blätter. Obwohl ich um fünf Uhr aufstehe, klappt das aber leider nicht. Ich trainiere, schreibe Tagebuch (aus welchem gewisses auf diesem Blog landet), schreibe meinen Roman, arbeite um Geld zu verdienen, verbringe Zeit mit P. und C., lese Bücher. Dann ist’s Abend und ich falle ins Bett.

Nach dem Lauf habe ich gedehnt, bin die zwei Kilometer vom Park zu Fuß zurück nach Hause gegangen und habe mir dabei Dave Rubin und Gad Saad angehört. Ein schwuler Jude und ein jüdischer Libanese (und jetzt Kanadier). Beide vereint im Kampf gegen die “regressive Left”, die alles niederschreienden politisch Überkorrekten. Danach habe ich gearbeitet.

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