Arbeitende Künstler

In einem Gespräch habe ich einmal folgendes gehört: Jener Maler sei kein wahrer Künstler, weil er sich nicht voll der Kunst verschrieben habe und sich seinen Lebensunterhalt mit diesem oder jenem verdiene.

Andere Künstler leben von Subventionen.

Bei Stefan Zweig (“Die Welt von Gestern“) las ich heute von den Schriftstellern, Malern und Musikern, mit welchen er vor dem Ersten Weltkrieg in Paris verkehrte. Alle gingen einer Arbeit nach und kümmerten sich Jahre und Jahrzehnte lang mehr um ihre Kunst, als um den Erfolg.

Äußerlich war die Existenz dieser Impressionisten [Renoir und seine Schüler], deren Werke man heute mit zehntausenden von Dollars bezahlt, in nichts zu unterscheiden von der des Kleinbürgers und Rentners …

… keiner hatte die Prätention wie ihre Nachfahren, die, vom Film und hohen Auflagen verdorben, auf eine erste künstlerische Neigung hin sofort selbstherrlich eine Existenz zu gründen versuchen …

Still zu leben, still zu arbeiten für einen stillen Kreis jenseits der ‘foire sur la place’ war für sie wichtiger als sich vorzudrängen, und sie schämten sich nicht, kleinbürgerlich und eng zu leben um dafür im Künstlerischen frei und kühn zu denken.

Mich beeindrucken arbeitende Künstler, mehr als subventionierte, und in einem gewissen Sinne sogar mehr als “erfolgreiche”, welche von ihrer Kunst leben. Wird die Kunst nicht unfrei, wenn sie gefallen muss?

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