01.01.2016

Gestern war ich am San Silvestre Vallecana, meinem Lieblingslauf – zehn Kilometer vom Bernabeau ins Arbeiterviertel Vallecas. Nachher Abendessen bei den Schwiegereltern: Pulpo con chachelos. Das neue Jahr haben wir ruhig zu Hause begrüßt, mit Wasser angestoßen und auf die traditionellen Trauben verzichtet. Danach legte ich mich mit Paul ins Bett. Wegen dem Lärm der Böller draußen verkroch er sich tief unter der Decke und schlief gleich ein.

Heute Morgen haben ich mich für den Madrider Halbmarathon am dritten April eingeschrieben. Time to finally step up my running game.

Der dritte Akt des Lebens

Geschichten bestehen aus drei Akten:

Im ersten Akt ist alles normal, bis ein Ereignis das Leben des Protagonisten aus den Fugen bringt. Der Protagonist versucht dem plötzlich auftauchenden Hindernis auszuweichen, schafft es aber nicht (sonst wäre es keine Geschichte). Es bleibt ihm nichts anderes übrig, als sich der Herausforderung zu stellen.

Der zweite Akt beginnt. Der Protagonist tut was er kann und eine Zeit lang sieht es so aus, als würde er die Herausforderung meistern; dann aber beginnt alles schief zu gehen. Der Protagonist scheitert und scheitert wieder, bis er geschlagen auf dem Boden liegt.

Auch das wäre noch keine Geschichte, wenn nicht ein Funken Hoffnung den Protagonisten nochmals auf die Beine treiben würde. Er wird sich klar darüber, dass er zu einem neuen Menschen werden muss, um die Herausforderung doch noch zu meistern. Die Fehlschläge des zweiten Aktes werden jetzt zu seinem größten Trumpf. Im Spiegel seines Scheitern beginnt er sein wahres Ich zu erkennen. Die Metamorphose vom Alten Ich zum Neuen Helden beginnt.

Das Leben spielt sich nicht in drei Akten ab. Für diejenige die mitten drin steckt, gleicht es oft eher einer Reihe von ewig sich wiederholenden Episoden.

Wer aber die Anstrengung macht, das eigene Leben von außen zu betrachten, wird feststellen, dass wir uns in der einen oder anderen Sache stets am Wendepunkt vom zweiten zum dritten Akt befinden. Es gibt immer ein Problem, das uns schon seit einiger Zeit herausfordert; wir haben vieles probiert, aber noch nie eine echte Lösung gefunden.

Es wird Zeit, dass wir die Vorhänge zum dritten Akt hochziehen. Wir müssen uns fragen, was wir aus Fehlschlägen gelernt haben und zu welchem Menschen wir werden müssen, um die Herausforderung erfolgreich meistern zu können.

Das Problem ist nie das Hindernis. Das Problem sind immer wir selbst. Erst wenn wir den zweiten Akt hinter uns lassen und zum Helden des dritten Aktes werden, haben wir eine Chance, das Hindernis zu überwinden.

Stepping up our game.

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