Meistens oder immer?

Ein weitgehend ereignisloser Tag. Früh aufgestanden. Ein wenig gelesen und notiert. Dann Bahn, Flughafen, Flugzeug (Paul schläft nicht mehr im Flieger, was heißt, dass ich nicht zum Lesen komme), Gepäckband, Metro. Gegen vier Uhr schließlich Bohneneintopf (judías) bei Carols Eltern. Auspacken. Die beiden schlafen bereits. Ich sitze mit meinem Laptop auf dem Sofa und freue mich, wieder in Madrid zu sein.

Ein kurzer Gedanke zum kleinen aber entscheidenden Unterschied zwischen meistens und immer.

Was unterscheidet einen Läufer der von Montag bis Freitag jeden Morgen vor der Arbeit läuft, von einem der es meistens tut? Derjenige der es immer tut, wird unter der Bettdeck nie vom Dämonen attackiert: Ist es heute nicht zu kalt zum Laufen? Ich fühle mich schlecht! Ich bin gestern gelaufen! Ich werde morgen laufen!

Wer immer läuft, verschwendet keine mentale Energie auf Entscheidungen.

Ein anderes Beispiel: Der Autor. Wer zu einem solchen werden wolle, so hört man, müsse jeden Tag schreiben. Wer versucht jeden Tag zu schreiben, merkt aber manchmal nach einer Woche plötzlich, dass keine Zeile geschrieben wurde. Wer meistens schreibt, lädt Dutzende von Nebenbuhlern ein, welche sich um die Zeit bewerben. Die meisten von ihnen, haben einen attraktiveren Vorschlag, als alleine in einem Zimmer zu sitzen.

Die Nebenbuhler um die eigene Zeit wird man mit einer kleinen Entscheidung los: Etwas nicht meistens tun, sondern immer – z.B. immer am Morgen, am Abend, am Montag …

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